Du betreibst einen Instagram-Account, eine Webseite, auf der du Artikel veröffentlichst, und einen Podcast über Frauenfußball. Außerdem bist du Social-Media-Redakteurin beim sportstudio. Wie bekommst du alles unter einen Hut?Die Arbeit für das sportstudio ist mein Fulltime-Job. Seither ist es schwieriger geworden, Beiträge für dieligalebt zu erstellen, gerade auf der Website. Zurzeit schaffe ich bei weitem nicht so viel, wie ich gerne würde. Es gibt Themen, die eher dieligalebt-Themen sind, und andere, die ich gerne im sportstudio einbringen möchte. Als das sportstudio mir den Job anbot, war mir klar, dass ich nicht immer nur kritisieren kann, dass Frauensport in den Öffentlich-Rechtlichen zu wenig thematisiert wird. Deshalb habe ich die Chance genutzt, selbst etwas daran zu ändern.
Wie recherchierst du für die dieligalebt?
Dass ich allein bin und mich nicht erst in einer Redaktion absprechen muss, macht es leichter. Die Infos bekomme ich eigentlich immer am schnellsten von den Social-Media-Kanälen der Vereine oder den Spielerinnen selbst. Ansonsten muss ich viel Zeit in Deep Dives im Internet investieren.
Das klingt, als gäbe es Hindernisse bei der Informationsbeschaffung…
Gerade die Datenbeschaffung ist eine riesige Herausforderung. Der DFB führt einige Saisons gar nicht auf der eigenen Webseite auf, sondern hält sie unter Verschluss. Statistiken auswerten und vergleichen, wie bei den Männerligen, ist deshalb oftmals nicht möglich. Bei den Männern sind Rekorde beispielsweise ganz einfach herauszufinden. Bei den Frauen muss man davon ausgehen, dass die Daten fehlen oder dass ein Rekord bereits zuvor gebrochen wurde, aber ohne dass das jemand mitbekommen und dokumentiert hat. Es ist einfach schade, dass nicht mal die Aufstellungen und geschossenen Tore einsehbar sind. Das schränkt meine Arbeit ziemlich ein. Nicht nur, dass es mehr Zeit beansprucht, ich muss auch andere Quellen nutzen. Manche Webseiten haben die Daten und andere, eigentlich verlässlichere Quellen, wieder nicht. Das macht es schwierig, zu bestimmen, welchen Quellen ich vertrauen kann und welchen nicht.